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Ist KI die Zukunft der Software­entwicklung? – Geschäftsführer Walter Lukmann im Interview

Alexa, Siri und Co. – Immer mehr Anwendungen des täglichen Lebens setzen auf Mechanismen der künstlichen Intelligenz (KI). Ganz gleich, ob im Berufsalltag oder im Privatleben – Die langfristige Entwicklung Künstliche Intelligenzen aktiv zu nutzen ist ungebrochen. Und auch in der Softwareentwicklung wird KI zu einem immer bedeutenderem Thema! Wir, die Lukmann Consulting, hatten bereits 2017 die Idee eine künstliche Softwareentwicklerin zu erschaffen und kurze Zeit später wurde auch schon unsere ISI geboren. Ziel von ISI sollte dabei nicht nur die Unterstützung unserer top qualifizierten Mitarbeiter sein. Nein, sie sollte auch in der Lage sein, dass sie selbstständig Software-Lösungen entwickelt! Und das kann sie mittlerweile richtig gut! 

Aber wieviel Software-Entwicklung wird dann in Zukunft noch von Menschen gemacht? Heißt das, wir haben gar keine Softwareentwickler mehr in unserer Firma? Und wo sind die Stärken bzw. wo die Grenzen von KI?

Wir haben unseren Geschäfts­führer Walter Lukmann zu all’ diesen Themen befragt!

 
 

Walter Lukmann im Interview

Walter hat sich über viele Jahre einen Ruf als Experte rund um IT-Prozesse, Software-Projekte und Servicemanagement erarbeitet. Sein Track-Rekord umfasst zahllose erfolgreiche Projekte in diesem Umfeld und mit seinem Unternehmen Lukmann Consulting ist er ein beliebter Ansprechpartner für Firmen, die in diesem Umfeld Anforderungen haben. Aus der intensiven Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Heraus­forderungen aktueller AI Technologie resultierte ISI – Die erste künstliche Softwareentwicklerin.

 

Walter, was meinst du, ist KI die Antwort auf die Heraus­forderung des Fachkräfte­mangels im Bereich Softwareentwicklung?

Ja, auf alle Fälle! In wenigen Jahren wird sich das Berufsbild der Software-Entwicklung stark in Richtung AI-Parametrierung ändern. Reine Software Codierer werden hauptsächlich bei Software- und AI-Herstellern gefragt sein. In IT-Abteilungen von herkömmlichen Unternehmen wird man sie immer seltener finden. Die Rolle des Business Solution Architekten wird in Unternehmen allerdings eine immer größer werdende Rolle spielen. Gemeinsam mit der Unterstützung durch künstliche Intelligenzen wird er/ sie in der Lage sein, Geschäftsprozesse abzubilden und sofort eine verwendbare Lösung generieren können.

Bei Software Projekten sind unterschiedliche Rollen an Personen beteiligt. Wenn ich bei unseren Projekten die Aufwände je Rolle bei herkömmlichen Software Projekten mit Projekten, die durch unsere künstliche Softwareentwicklerin ISI unterstützt wird, vergleiche, ergibt sich folgendes Bild:

Vergleich Aufwand bei Software-Projekten ohne und mit KI

Aufwände je Rolle bei herkömmlichen Software Projekten vs. Aufwände bei Projekten, die durch unsere künstliche Softwareentwicklerin ISI unterstützt werden

Business Solution Architekt

Dieser erhebt in Form von User Stories die konkreten Anforderungen. Er ist auch derjenige, der normalerweise Lasten- und Pflichtenhefte erstellt. Dieser Aufwand erübrigt oder reduziert sich bei Projekten mit ISI. Da er die Business Logik direkt an die KI übergeben kann, reduziert sich sein Dokumentations- und Kommunikationsaufwand mit dem Umsetzungsteam und mit den Fachabteilungen.

 

Software Architekt

Er übersetzt normalerweise die Anforderungen aus den User Stories bzw. den Lasten- und Pflichtenheften in konkrete technische Anforderungen für die Software Codierer. Seine Aufwände erhöhen sich oft, weil er in seiner Zwischenposition das Nadelöhr bei der sogenannten „stillen Post“ ist. Fehler durch Missverständnisse in der Kommunikation sind hier an der Tagesordnung.

Mit der ISI ist er in der Lage, die Lösung ohne Software Codierer zu erstellen. Er kann dadurch auch die Rolle des Business Solution Architekten wahrnehmen. Damit werden Kommunikationswege massiv verkürzt und Missverständnisse weitgehend vermieden.

 

Software Codierer

Diese werden über weite Strecken nicht mehr benötigt. Sie kommen nur zum Einsatz, wenn die Funktionen der KI nicht ausreichen.

 

Software Tester

Der durch die KI erstellte Softwarecode weist bereits geringe bis keine Fehler auf. Der klassische Software Test erübrigt sich meist. Die Lösung kann direkt vom Business Solution Architekten, hinsichtlich der User Stories, geprüft werden.

Wie sehen aktuell die möglichen Einsatzgebiete aus?

Künstliche Intelligenzen lieben Muster an denen sie sich ausrichten können. Insbesondere Unternehmensabläufe weisen dabei in der Regel recht einheitliche Muster auf. Sieht man sich einen Unternehmensablauf etwas genauer an, dann ergeben sich folgende Grundmuster:

  • Am Ablauf beteiligte Personen (Rollen) die zu bestimmten Zeitpunkten, bestimmte Daten in Form von Masken erheben oder bearbeiten
  • Daten die von vorhandenen Systemen übernommen oder an diese übergeben werden
  • Auswertungen, Auswertungen, Auswertungen

Berücksichtigt man diese Grundmuster in einer geeigneten Form, dann kann eine KI einen sehr hohen Vorfertigungsgrad der zukünftigen Software Lösung erreichen.

Unsere künstliche Softwareentwicklerin ISI kann mithilfe ihrer Lösungen Geschäftsprozesse optimieren, die aktuell in einem Unternehmen durch ERP Systeme nicht oder unzureichend unterstützt sind. Wer kennt sie nicht die Abläufe die durch Excel, Sharepoint, Access unterstützt sind oder via Mail ablaufen. Gerade in Zeiten der DSGVO stellen diese Lösungen immer mehr ein Problem dar. Meist erfordern diese Abläufe hohes Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten, sind abhängig von einzelnen Personen aufgrund ihres impliziten Wissens und sind in der Regel nicht auswertbar und steuerbar.

Generelle Einsatzgebiete von ISI sind aktuell:

  • Abläufe im Unternehmen, die nicht durch ERP Systeme unterstützt werden können/ sollen
  • Abläufe bei denen eine mobile Softwarelösung gefragt ist
  • Abläufe bei denen einfach zu bedienende und moderne Oberflächen gefragt sind
  • Visualisierungen von Daten in Form von Dashboards
  • Übersichtliche Darstellungen für das Management
  • Neue Lösungen die Kunden oder Lieferanten für die Interaktion mit dem Unternehmen zur Verfügung gestellt werden
  • Ersatz von Near- oder Offshoring Providern, weil der Abstimmungsaufwand zu groß ist und die Ergebnisse zu schlecht sind

Welche Möglichkeiten ergeben sich aus dieser Perspektive?

Wir sind ja selbst Hersteller einer Software im ITSM Umfeld, die heute von vielen großen Unternehmen in Österreich genutzt wird. Bei der Einführung, der Auswahl und dem Betrieb solcher Systeme haben wir immer wieder folgende Szenarien beobachten dürfen:

 

Die Auswähler

Es wird eine große Anzahl an Anbietern ausgewählt. Jede Funktion wird besprochen und man verliert trotzdem den Überblick darüber was man braucht und was nice2have ist. Die Entscheidung dauert ewig. Ein Zeitraum in dem man den ROI längst erreicht hätte. Nur gelebte Abläufe bringen Vorteile!

 

Die Diskutierer

Sondersituationen werden im Auswahlprozess 80% der Aufmerksamkeit geschenkt. Es dauert und wird teuer, denn jede Anpassung kostet Aufwand, Nerven und Geld. Auch wir haben für unsere Kunden lang diskutierte und komplexe Anpassungen nach einer gewissen Zeit wieder kostenpflichtig ausgebaut.

 

Die Funktionsritter

Ist eine Standard Software nur deshalb gut, weil sie viele Möglichkeiten bietet? Meist werden gerade einmal 50-60% einer Lösung genutzt. Der Rest ist einfach nur im Weg! Meist steigen dadurch auch die Schulungsaufwände, da die Mitarbeiter viel mehr lernen müssen (was sie dann sowieso wieder vergessen, weil es nicht genutzt wird!).

 

Die Entscheider

Aufgrund ihrer Vielfalt an Aufgaben, haben sie oft gar nicht die Möglichkeit, sich genauer mit der Materie zu beschäftigen. Sie entscheiden sich letztlich für die „hübscheste“ Lösung mit der schönsten Management Konsole oder dem sympathischsten Verkäufer.

 

Die Zerstörer

Insbesondere bei den für den Kunden selbst konfigurierbaren Lösungen können wir in der Regel bereits nach kurzer Zeit einen Wildwuchs an Anpassungen feststellen. Oft sind solche Systeme nach 3-5 Jahren nicht mehr erweiterbar oder anpassbar.

Wie wäre alternativ dazu ein sehr gut passender Maßanzug, der binnen kürzester Zeit zur Verfügung steht, genau das tut was er soll und letztlich auch nicht viel mehr kostet als die jährliche Wartungsgebühr einer Standardsoftware?

Einerseits ergibt sich dadurch die Möglichkeit für Unternehmen „IHRE“ passende ITSM Lösung durch die KI erstellen und warten zu lassen. Andererseits können gegenüber dem Fachbereich auch schnellere Umsetzungszeiten für deren Abläufe erzielt werden. Das neue IT-Service könnte sich dann „Instant WebApps“ nennen.

Wie selbstständig ist ISI tatsächlich? Wieviel Experten­unterstützung benötigt sie?

ISI benötigt als Ausgangsbasis eine Business Logik. Diese wird durch einen Business Solution Architekten der Lukmann Consulting erstellt. Auf Basis der Anforderungen des Kunden füttert der Business Solution Architekt die ISI mit den relevanten Daten, wie zB.

  • Workflows
  • Datenfelder
  • Rollen
  • ISI generiert daraus vollautomatisch:
  • Menüs
  • Dashboards
  • Listen
  • Masken
  • Auswertungen

Als Endergebnis steht eine funktionstüchtige WebApp zur Verfügung und das Projektteam kann sich dann auch schon wieder auf die Lösungen konzentrieren. So schafft man binnen kurzer Zeit eine gemeinsame Umsetzung. Oft genügt das erreichte Ergebnis bereits für den produktiven Betrieb. Die Aufwände und Kosten werden dabei minimal gehalten.

Wo sind die Grenzen KI-gestützter Softwareentwicklung? Wie sehen die Perspektiven aus?

Nicht geeignet ist aus unserer Sicht eine Software-Entwicklung mit KI im Bereich von bestehenden ERP Systemen. KI liebt, wie Captain Spock vom Raumschiff Enterprise, eine glasklare konsistente Logik. Diese ist in solchen Systemen in der Regel nicht (mehr) gegeben. Dahingehend müssen sich aktuell Softwareentwickler in diesem Umfeld keine Sorgen machen durch eine KI ersetzt zu werden. 😉

Auch dort, wo es darum geht neue Software Funktionen zu schaffen, wird eine KI keine Unterstützung bieten können. Eine Software KI wird allerdings auf Basis ihr zur Verfügung gestellter Muster und Funktionen, im Zusammenspiel mit der Business Logik, Lösungen erstellen oder zumindest auf einem relativ hohen Level vorfertigen können.

Welche Erfolge konntet Ihr mit ISI schon erreichen? Was sind die nächsten Schritte?

Einige von ISI entwickelte Applikationen sind schon am Markt verfügbar. So haben wir mit ISI bereits für uns selbst, aber auch schon für Kunden Software-Lösungen erstellt. Beispiele dafür sind:

 

  • DSGVO APP – Datenschutzmanagementsystem für Berater
    • Kunden schneller & effizienter betreuen mit PIA – Der digitalen Datenschutzassistentin
    • Die Lösung ist mittlerweile bei mehr als 100 Datenschutzberatern im deutschsprachigen Raum im Einsatz
    • www.dsgvoapp.eu

 

  • DSGVO Schutzteam – Datenschutz-Komplettlösung für Unternehmen

 

  • ISI Office – Das digitale Büro für KMUs
    • Arbeitszeiterfassung, Urlaub und Abwesenheitsplanung, Aufgaben und Projektmanagement & CRM
    • ISI Office ist seit 6 Monaten am Markt und hat bereits mehr als 500 Kunden
    • www.isioffice.eu

 

  • Industrie 4.0
    • Automatisierte Erstellung von Prüfprotokollen von Getrieben (Einlesen und Bewertung von Prüfsensoren)
    • OEE Steuerung von Industriearbeitsplätzen
    • Vereinfachte Bearbeitung von SAP-Aufträgen am Industrie-Arbeitsplatz

 

  • Med Tech
    • Erstellung eines digitalen Patientenberaters für Augenärzte

 

In all diesen Projekten wurde ISI Schritt für Schritt näher an die Wirklichkeit herangeführt. Unser Ziel ist es, ISI nun verstärkt bei Individual-Projekten zum Einsatz zu bringen. Wir erbringen dabei für den Kunden ein Managed Service. Der Kunde bespricht mit uns seinen Bedarf und wir vermieten ihm die fertige Lösung. In 3-5 Jahren wollen wir ISI vielleicht auch dem Endkunden direkt zur Verfügung stellen.

 

Soll ISI auch deine Software-Lösung oder APP-Idee realisieren? Dann kontaktiere uns direkt!

 

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